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rab, 14.04.2009

U21: Rychenbergs Junioren sind die besten im Lande

Dank einem 6:3-Auswärtssieg in Uster holt sich der HC Rychenberg Winterthur den ersten Schweizer Meistertitel bei den U21-Junioren in seiner bald 26-jährigen Vereinsgeschichte.
Zwei Jahre nach dem (sofortigen) Wiederaufstieg in die Stärkeklasse A stehen die U21-Junioren des HC Rychenberg auf dem Gipfel. Als Mitfavorit in die Saison gestartet, entschieden sie die Finalserie gegen Uster vorzeitig in vier Spielen. 5:3, 3:6, 8:4 und 6:3 lauteten die Ergebnisse. Die Basis zum ersten U21-Schweizer Meistertitels der Klubgeschichte war die Heimstärke, die die Mannschaft von Yves Mohr in den Playoffs an den Tag legte. Fünf Mal trat sie vor heimischer Kulisse an und ebenso oft ging sie als Sieger vom Feld. Der finale Streich war freilich ein Auswärtssieg, der erste eines Teams überhaupt in den diesjährigen Playoffs.
Eine der grossen Stärken des HC Rychenberg war die Breite seines Kaders. Im Gegensatz zu Halbfinalgegner Malans und zu Finalist Uster konnte Mohr auf drei Linien bauen, von denen jede auch offensiv Akzente setzen konnte. Diese Breite bot dem Trainer jenen taktischen Spielraum, der letztlich auch die Playoff-Serien mit zu entscheiden half. So beliess Mohr im vierten Finalspiel seine nominell beste Linie auf der Bank, als er im letzten Drittel die Entscheidung zu erzwingen suchte, und fand. Für Mohr wars eine logische Umstellung: «Während die erste Linie dieses Mal nicht zu ihrem Spiel fand, besassen die zweite und dritte während der sechzig Minuten stets die Oberhand.»

Meier & Meier entscheiden das vierte Finalspiel
Besonders markant wars, wenn die zweite Linie auf dem Feld war. Center Niklaus Gassmann und seine Mitspieler waren sehr ballsicher, dominierten den Gegner bei den meisten ihrer Einsätze fast nach Belieben, erspielte sich zahlreiche Möglichkeit und führten im letzten Drittel auch die Entscheidung herbei, indem sie aus dem zwischenzeitlichen 3:3 ein 6:3 machten. Hauptakteur war Flügelstürmer Mario Meier: In der 44. Minute lieferte er das Zuspiel auf Gassmann zum Führungstreffer, zwei Minuten später verwertete er die Vorlage von Pascal Locher mit einem fulminanten Weitschuss und Sekunden vor dem Schlusspfiff bediente er Locher fürs 6:3.

















Marco Maag (Nr. 77) unter den Augen von Niklaus Gassmann (Nr. 46) und Trainer Yves Mohr (Fotos: Claudio Schwarz, claudioschwarz.com)

Im ersten Abschnitt hatte es noch danach ausgesehen, als wäre der Sieg eine «Formsache». Der HC Rychenberg trat so auf, als ginge es nicht um den Meistertitel und so als hätte es die bescheidenen Leistungen bei den vorangegangenen Auswärtsspielen nicht gegeben. Mit einem verdienten 3:1 ging es in die erste Pause. «Wir waren aktiv, besassen den nötigen Willen und Biss und spielten ruhig und einfach», konstatierte Mohr zufrieden, «und es kamen auch die Tore.» Auch ein Eigentor (3.) brachte die Winterthurer nicht vom eingeschlagenen Weg ab.
Die Konstellation änderte sich im Mitteldrittel schlagartig. Mit dem Rücken zur Wand gab Uster seine zuvor stets praktizierte offensive Zurückhaltung auf und drückte auf den Anschlusstreffer. Dieser kam in der 34. Minute und als kurz darauf ein grober Fehlentscheid der wenig konsequenten Unparteiischen das 3:3 ermöglichte, konnte das Spiel von vorne beginnen.
Die Antwort der Winterthurer auf den Ausgleich erfolgte prompt und fiel eindrücklich aus. Noch vor der zweiten Pause standen sie dem neuerlichen Führungstor sehr nahe. Mirco Reiser, Mario Meier und Marco Maag scheiterten aber vorerst noch knapp. Die Entscheidung war damit nur aufgeschoben. Der HC Rychenberg machte im letzten Drittel da weiter, wo er im zweiten aufgehört hatte und sorgte mit seinen zwei Toren bis zur 46. Minute für die Vorentscheidung.
Die etwas überraschend in die Playoffs vorgestossenen Oberländer hatten in der Folge nicht mehr die Kraft, um nochmals zurückzukommem. Dafür lastete die offensive Verantwortung auch etwas gar einseitig auf Roberto Vizzini und Stefan Fischer. Und wenn Uster doch einmal gefährlich wurde, dann fand es in Rychenbergs anderem Meier, dem wiederum überzeugenden Goalie Pascal Meier, ein unüberwindliches Hindernis.
Der erste Schweizer Meistertitel mit den U21-Junioren ist nach jenem der U18-Junioren in der vorangegangenen Saison bereits der zweite grosse Triumph des HC Rychenberg in der jüngsten Vergangenheit. Ob weitere folgen werden, wird die Zukunft zeigen.



UHC Uster - HC Rychenberg Winterthur 3:6 (1:3, 2:0, 0:3)

Sporthalle Buchholz, Uster
Schiedsrichter: Patrik Meier/Lukas Schneider
685 Zuschauer
Uster: Christoph Tschopp; Patrick Schaufelberger, Dominik Bohli; Tobias Zollinger, Andreas Honold; Patrik Gmür (44. Cyrill Delay), Philemon Frei; Roberto Vizzini, Marc Werner, Stefan Fischer; Martin Brunner, David Kyburz, Florian Bolliger; Simon Suter, Yannick Peng, Yannick Zeier; Raphael Berweger.
Rychenberg: Pascal Meier; Livio Hunn, Dario Lüthi; Pablo Hintermüller, Marco Maag; Remo Bosshardt, Moritz Schaub; Felix Buff, Benjamin Borth, Lukas Grunder; Mario Meier, Niklaus Gassmann, Pascal Locher; Mirco Reiser, Joel Friolet, Valentin Ganz.
Tore: 2. Maag (Mario Meier) 0:1. 3. Eigentor 1:1. 13. Borth (Buff) 1:2. 15. Reiser (Schaub) 1:3. 34. Werner (Honold) 2:3. 36. Vizzini (Fischer; Ausschluss Locher) 3:3. 44. Gassmann (Mario Meier) 3:4. 46. Mario Meier (Locher) 3:5. 60. Locher (Mario Meier; ins leere Tor) 3:6.
Strafen: Uster keine, Rychenberg 2x2 Min. (23./34. Locher).
Bemerkungen: Rychenberg ohne Fabian Eberle, Andreas Kunz, Raphael Studer (verletzt), Lucca Rüfenacht (abwesend), Sandy Raths (Rücktritt), Christoph Hofmann, Tobias Meister, Nils Nägeli und Michel Schwerzmann (Ersatz). Beide Teams zu Beginn mit drei Linien. Rychenberg reduzierte ab der 41. Minute auf zwei (ohne Borth-Linie), Uster ab der 49 Minute. 22. Lattenschuss Uster. 46. Lattenschuss Ganz. 49. Time-out Uster. 56. Pfostenschuss Berweger. Uster von 58:19 bis 59:39 über weite Strecken ohne Torhüter. Werner und Pascal Meier als beste Spieler ihrer Mannschaft ausgezeichnet.

Resultate Playoff-Final, Spiel 4 (best of 5): UHC Uster - HC Rychenberg Winterthur 3:6. Endstand: 1:3. Der HC Rychenberg Winterthur ist damit erstmals Schweizer Meister bei den U21-Junioren.

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