Dem Startsieg (nur) nahe

Dem Startsieg (nur) nahe

Der HC Rychenberg ist im ersten Playoffspiel nah dran, dem Favoriten Malans ein Bein zustellen. Zwei Gegentore in der vorletzten Minute verhindern aber den in Griffnähe befindlichen Auswärtssieg.

In den letzten zwei Runden der Masterround hatte der HC Rychenberg nicht zu überzeugen vermocht. 95%-Leistungen, wie Trainer Philipp Krebs erläuterte, reichen in der ausgeglichenen NLA nicht. In der ersten Partie der Viertelfinal-Playoffserie gegen Malans konnten seine Spieler den Schalter aber wieder umlegen, weshalb sich gegen den Zweiten der Masterround ein bis zum Abpfiff spannendes Spiel entwickeln konnte. Über 59 Minuten lang lag keine der beiden Mannschaften je mit mehr als einem Tor in Führung. Erst ein «Empty Netter» Malans' machte dem ein Ende. Der HCR kam zwar in der Schlussminute nochmals auf 4:5 heran, zu mehr reichte es ihm aber nicht mehr. Es ist den Winterthurern zu wünschen, dass sie sich ob der verpassten Chance nicht dereinst noch grün und blau ärgern müssen.

Defensiv stabiler, offensiv zu wenig clever

In dieser Saison lag beim HCR das Hauptaugenmerk auf der Variabilität im Spiel mit Ball. Die Fortschritte waren offensichtlich, doch litt unter dieser Priorisierung etwas die Stabilität der Defensive. Für das erste Viertelfinalspiel war es daher nötig, die Kernkompetenz nochmals vertieft anzugehen. Wie die ersten zwei Drittel zeigten, war diesem Unterfangen zumindest teilweise Erfolg beschieden. Dies manifestierte sich darin, dass die Winterthurer einerseits vermeiden konnten, wie zuletzt gegen GC frühe Gegentore einstecken zu müssen. Andererseits passte die Intensität und die Zuordnung wieder besser, sodass sich das favorisierte Heimteam vierzig Minuten lang nur wenige gute Torchancen erarbeiten konnte.

Freilich waren diese noch etwas häufiger als die aussichtsreichen Abschlussversuche der Winterthurer. Sie bewiesen zwar viel Geduld im Aufbau, trugen dem Ball mehr Sorge und liessen sich auch nur in Ausnahmefällen vom Malanser Pressing irritieren. Sie fanden jedoch zu selten den Weg vor das gegnerische Tor und konnten sich in den ersten vierzig Minuten auch kaum einmal in der gegnerischen Hälfte festsetzen. «Wir waren in der Offensive zu wenig clever. Dort können wir deutlich besser spielen und müssen es auch. Wir brauchen nicht nervös zu werden.» Dass in den Angriffsbemühungen noch einiges im Argen lag, überraschte Krebs – in einem ersten Playoffspiel – wenig.

Ein zerbrochener Stock zur Unzeit

Erst im Schlussdrittel, als Malans in der 42. Minute erstmals in Führung gegangen war, zeigte der HCR, dass er mehr offensiv drauf hat als zuvor gezeigt. Prompt sorgten Moritz Krebs, nach einem perfekten Durchstecken Noah Pünteners, und Levin Conrad mit zwei Toren für die zweite Winterthurer Führung. Diese hielt bis fünf Minuten vor Schluss, als ein wilder Backhandschuss aus kurzer Distanz irgendwie den Weg ins Netz fand. 110 Sekunden vor dem Schlusspfiff hatte der HCR dann viel Pech. Pascal Kerns Stock brach zur Unzeit, woraufhin Malans die so entstandene Überzahl ausnutzte. Krebs holte daraufhin seinen Torhüter vom Feld und versuchte es mit sechs gegen fünf Feldspielern. Moritz Schaub bot sich auch eine erstklassige Möglichkeit zum Ausgleich, doch verfehlte er das verwaiste Tor. Im Gegenzug machte Malans den Sack mit dem 5:3 zu. Tobias Studer brachte sein Team zwar noch auf 4:5 heran, zu mehr reichte es aber nicht mehr.

Der Malanser Sieg war nicht unverdient. Gleichwohl braucht Krebs seinem Team keinen grossen Vorwürfe machen: «Von den Emotionen und vom Kampf war es ein echtes Playoffspiel. Da arbeiteten wir gut. Ich bin auch über weite Strecken zufrieden, wie wir defensiv auftraten, auch wenn wir im zweiten und dritten Drittel etwas zu viele Schüsse aus der Mitte zuliessen. Grundsätzlich waren vier Gegentore und der Einsatz gut.» In der Offensive liegt aber sicher noch einiges mehr drin. In der Doppelrunde vom kommenden Wochenende gilt es, dies aufs Parkett zu bringen.

Matchtelegramm vs. Alligator Malans

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