Zu viele Chancen liegengelassen

Zu viele Chancen liegengelassen

Wie im Startspiel ziehen die U16-Junioren des HC Rychenberg auch gegen Erlen eine kurze Baisse ein. Diesmal kostet sie diese beim 4:3-Sieg nach Penaltyschiessen einen Punkt.

Zum Saisonstart hatte der HC Rychenberg Thurgau mit 6:3 bezwungen. Knapp eine Woche später bekam er es mit dem zweiten, dem jüngeren Thurgauer Team zu tun und setzte sich auch gegen Erlen durch. Damit hatte es sich freilich schon mit den Gemeinsamkeiten der beiden Partien.

War das Auftaktspiel von zwei Mannschaften geprägt gewesen, die unmissverständlich die Offensive suchten, war die taktische Ausrichtung diesmal auf der einen Seite eine völlig andere. Während der HCR erneut den Angriff forcierte, stand Erlen tief, überliess das Diktat nahezu vollständig dem Gegner und versuchte, mit seinen technisch versierten und wendigen Spielern Konter zu fahren. Das Geschehen spielte sich dementsprechend zu weiten Teilen in der Hälfte der Ostschweizer ab. Diese stellten die Räume vor ihrem Tor aber so geschickt und engagiert zu, dass sich der HCR immer wieder in dieser vielbeinigen Abwehr festlief.

Auf unnötigen Rückstand heftig reagiert

Gleichwohl wäre für das Heimteam mehr möglich gewesen, als nach vierzig Minuten lediglich mit 2:1 in Führung zu liegen. Doch entweder fehlte es den Abschlussversuche an der nötigen Schmackes oder Präzision oder aber Erlens Torhüter parierte überzeugend. «Wir betrieben sehr viel Aufwand», erklärte HCR-Trainer Martin Oesch. Zu seinen acht erstklassigen Torchancen kam sein Team freilich nur dann, wenn es aufs Tempo drückte, und das sei zu selten geschehen: «Wir spielten den Ball viel zu selten direkt weiter und auch an unseren Laufwegen müssen wir weiter arbeiten.»

Die fehlende Effizienz hatte ungeahnte Folgen. Eine kurze Schwächephase zu Beginn des Schlussdrittels führte zu zwei Gegentoren, wodurch sich der HCR nach 42 Minuten einem Rückstand gegenüberstehen sah. Die Reaktion darauf fiel heftig aus. Die Winterthurer drängten sehr energisch auf den Ausgleich und, nachdem Nicola Parpan diesen in der 57. Minute endlich bewerkstelligt hatte, auf den Siegestreffer. Erlen konnte sich nicht mehr aus der Umklammerung lösen, rettete sich aber in die Verlängerung. In dieser spielte erst recht nur noch der HCR, das Golden Goal wollte aber nicht fallen.

Nicht nur aufgrund der letzten zwanzig Minuten war es indessen hochverdient, dass sich das Heimteam dank zwei Treffern von Nils Boman im (schwachen) Penaltyschiessen doch noch durchsetzte. Oesch sprach nach dem Schlusspfiff zurecht von einem unnötig verlorenen Punkt. Zu denken gibt ihm dabei vor allem, dass seine Mannschaft nach zwei Runden erst neun Tore aus dem Spiel heraus auf ihrem Konto hat. Dank der besten Defensive reicht dies aus, um hinter dem punktgleichen Uster auf den zweiten Platz zu stehen. In Zukunft muss der HCR aber produktiver werden. Dass der spielstarke Verteidiger Timo Sutter nach einem groben Foul auf unbestimmte Zeit verletzt ausfällt, macht dieses Unterfangen nicht einfacher.

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