Frauen und Männer im selben Boot

Vom Freitag bis Sonntag erfährt die Mobiliar Unihockey Trophy des HC Rychenberg ihre Premiere. Das Format ist unkonventionell: Vier Städte treten mit je einem Frauen- und -Männerteam der NLA an. Deren Ergebnisse werden in einer gemeinsamen Tabelle zusammengezählt.

Nur wenige Jahre nach seiner Gründung anno 1983 hatte sich der HC Rychenberg Winterthur eine Damenabteilung zugelegt. Nach zwölf Meistertiteln verselbständigte sich diese im Jahr 2000 und firmierte von da an als Red Ants Rychenberg Winterthur. Vom 21. bis 23. August werden die beiden Vereine für drei Tage wiedervereint sein. Dann organisiert der HCR in der Axa-Arena und der angrenzenden Trainingshalle ein Vorbereitungsturnier, an dem vier Städte mit je einem Frauen- und Männerteam der Nationalliga A gegeneinander antreten.

Dabei messen sich wie gewohnt Frauen mit Frauen und Männer mit Männern. In der Endabrechnung werden die Resultate der Teams derselben Stadt aber zusammengezählt und in einer gemeinsamen Rangliste verbucht. Als Favorit auf den Turniersieg gilt – das grosszügig gefasste – Zürich mit den beiden Spitzenmannschaften Kloten-Dietlikon Jets (2019/20 2. der Qualifikation) und Grasshopper-Club Zürich (2.). Seine Herausforderer sind Winterthur mit den beiden Rychenberger Teams (6. respektive 7.), Chur mit Piranha Chur (1.) und Chur Unihockey (8.) sowie Zug mit den beiden Abteilungen von Zug United (8. und 5.). Gespielt werden wird dreimal zwanzig Minuten. Der Sieg wird drei Punkte, das Unentschieden einen Punkt einbringen. Nach der Spielzeit wird jeweils ein Penaltyschiessen mit je drei Schützen ausgetragen werden. Dem dortigen Sieger wird ein zusätzlicher Zähler gutgeschrieben.

Das Miteinander als schöner Nebeneffekt

Das Städteformat findet bei allen Beteiligten grossen Anklang. Stellvertretend erklärt Red Ants-Trainer Lukas Eggli: «Diesen Modus hat es meines Wissens noch nie gegeben in der Schweiz. Die Idee ist genial. Sie bringt die ganze Unihockey-Community hier in Winterthur zusammen. Schade ist nur, dass uns Corona einen kleinen Strich durch die Rechnung macht, denn der Event hat meiner Meinung nach riesiges Potential.»

Egglis neue Nationalspielerin Nicole Mattle erhofft sich, dass sich die beiden Mannschaften unterstützen werden: «Wenn es der Zeitplan zulässt», was am zweiten und dritten Tag der Fall sein wird, «wäre es schön, wenn wir unsere Spiele gegenseitig verfolgen und uns dabei unterstützen könnten. Ansonsten würde ich mich auf ein gemeinsames Fachsimpeln während den spielfreien Zeiten freuen.» Im Alltag sei dies nur eingeschränkt möglich, da die Trainings in der Regel an unterschiedlichen Orten stattfinden und sich die Meisterschaftstermine überschneiden. Ins gleich Horn bläst HCR-Trainer Philipp Krebs und ergänzt: «Wir kennen uns aus dem Alltag ganz gut und es gibt auch Paare. Es ist zwar nicht ganz so, wie wenn wir gemeinsam nach Tschechien reisten und dort im selben Hotel residierten, es ist aber cool, können wir mal zusammen etwas unternehmen.»

Im Zentrum steht die eigene Entwicklung

Im Vordergrund der Trainer steht freilich, wie zu erwarten ist, ihre Saisonvorbereitungen weiter voranzutreiben. Beide äussern sich mit den bisherigen Fortschritten ihrer Mannschaft zufrieden. «Die Spielerinnen haben hart gearbeitet und das Team sich in jene Richtung weiterentwickelt, die wir anstreben», ist Eggli von der bisherigen Entwicklung überzeugt. «Nun arbeiten wir noch am Feinschliff und bringen die einzelnen Elemente zusammen.» Krebs sieht es ähnlich. Er sei zufrieden, mit welcher Einstellung seine Spieler im Training arbeiten und welche Fortschritte sie bisher erzielten. Sie seien etwa dort, wo sie sein sollten. Sie hätten aber auch noch viel vor.

Krebs präzisiert, was dies bedeutet: «Wir probieren dieses Jahr nicht wahnsinnig viele oder spezielle Sachen neu aus. Wir wollen weiter an Routine gewinnen in unserer Spielweise, in unserem Defensivsystem, bei den Entscheidungen, die wir treffen. Wir müssen beispielsweise im individuellen defensiven Verhalten Fortschritte erzielen. Wir wollen uns aber auch offensiv weiterentwickeln. Es ist schon seit über einem Jahr ein wesentlicher Aspekt unserer Arbeit, dass wir aus dem Spiel in der Lage sein oder neu in die Lage kommen wollen, Chancen zu kreieren und nicht nur auf Fehler der Gegner zu warten. Es ist ein nachhaltiger, aber auch ein langer Weg.» Dafür will der HCR die Mobilar Unihockey Trophy nutzen. Die drei Partien gegen GC, Chur und Zug sind die Generalprobe für die Meisterschaft, werden es doch die letzten Testspiele vor dem Saisonstart sein, um allen Spielern noch mindestens ein freies Wochenende zu ermöglichen. Dementsprechend besitzt das Turnier für die Winterthurer einen hohen Stellenwert.

Das Rahmenprogramm mit besonderen Leckerbissen

Deutlich entspannter dürfte es am Samstagabend bei «The last dance» zu- und hergehen. Bei diesem werden NLA-SpielerInnen, die am Ende der letzten Saison zurücktraten, aber von Covid-19 und den damit einhergehenden vorzeitigen Abbruch um eine angemessene Verabschiedung gebracht wurden, in gemischten Teams gegeneinander antreten. Ebenfalls zum Rahmenprogramm der Mobiliar Unihockey Trophy gehört unter anderem, dass am Sonntagmorgen junge Talente mit arrivierten NLA-SpielerInnen trainieren können.

René Bachmann

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