Enttäuschung in Maienfeld

Enttäuschung in Maienfeld

Der Mangel an zusammenhängenden Aktionen prä-gen die vierte Partie der Masterround zwischen dem HC Rychenberg und Malans. Am Ende verlieren die Winterthurer ein Spiel der vielen Fehlpässe mit 2:5.

Die dritte Runde der Masterround hatte es nicht erwarten lassen. Der HC Rychenberg wie auch Malans hatten vor Wochenfrist zu überzeugen gewusst, erwischten in der vierten Runde indes beide einen gebrauchten Tag. Beide hatten eine Vielzahl an Fehlpässen zu beklagen, wodurch zusammenhängende Aktionen und erfolgsversprechende Abschlüsse unvermeidlich die seltene Ausnahme blieben. Es schien, als hätten die Spieler für ein Match kurz vor den Playoffs, in dem es für den einen (Rychenberg) um nichts und für den anderen um wenig ging, nicht ausreichend viel mentale Spannung aufbringen können. Ein zäher Kampf und Krampf prägten den Grossteil der sechzig Minuten, an deren Ende der HCR mit 2:5 unterlag. Ein Ergebnis, das angesichts der leichten Vorteile des Gastgebers alles in allem ein korrektes war.

Enttäuschende erste vierzig Minuten

Im Vorfeld der Partie hatte HCR-Trainer Philipp Krebs darauf hingewiesen, dass Malans eine routinierte, seriös und konsequent auftretende Mannschaft stelle. Da gelte es, erstens mit jugendlicher Frische und Mut dagegenzuhalten, zweitens in der Mittelzone sauber zu agieren und drittens auf das Pressing vorbereitet zu sein. Vor allem die ersten zwei Anweisungen konnten die Winterthurer in der Realität selten umsetzen. Bereits im Start-, ganz ausgeprägt aber in der ersten Hälfte des Mitteldrittels waren die Angriffsbemühungen mehrheitlich zu unpräzis, zu hektisch und zu wenig koordiniert. Aufgelegte Torchancen blieben infolgedessen eine Seltenheit. Wurde es dennoch einmal gefährlich vor dem Malanser Tor, mangelte es auch im Abschluss an der Genauigkeit. Eine der Ausnahmen bildete das zwischenzeitliche 1:1, das Noah Püntener auf ein feines Zuspiel Levin Conrads solo erzielte.

Die geringe Passqualität brachte es aber auch mit sich, dass der HCR gerade in der von Krebs angemahnten Mittelzone viel zu häufig Ballverluste zu beklagen hatte. Diese luden Malans in den ersten dreissig Minuten geradezu ein, Konter zu fahren. Dass das Heimteam dabei auch nicht eben mit Präzision glänzte, aber auch die eine oder andere gelungene Parade von Nicolas Schüpbach, verhinderte lange Zeit grösseres Unheil. Dieses brach zwischen der 30. und 49. Minute gleichwohl über den HCR herein. Und zwar nicht als kollektive Errungenschaft des Heimteams, sondern so, wie es für das zähflüssige Treiben bezeichnend war. Zur Spielmitte hielt Tim Braillard einfach mal aus der Distanz drauf, kurz darauf passte Rychenbergs Zuordnung bei einem gegnerischen Freistoss aus der Ecke nicht und in der 49. Minute wurde eine wuchtige Hereingabe vom Fuss eines Verteidigers ins eigene Tor abgelenkt.

Krebs war bis dahin von der Leistung seiner Mannschaft wenig angetan: «Wir zeigten zwei richtig schlechte Drittel. Offensiv brachten wir nicht das auf den Platz, was wir uns taktisch vorgenommen hatten. Wir gingen aber auch nicht mit dem Anspruch auf den Platz, mit dem Ball etwas kreieren zu wollen. Wir waren ängstlich mit dem Ball, spielten die einfachen Lösungen nicht und kamen dadurch zwei Drittel lang offensiv nicht ins Spiel. Und defensiv gab es ein paar Momente, in denen wir zu stark schwammen. Wir lieferten ein typisches 95 Prozent-Spiel ab» und das reicht in der NLA heutzutage einfach nicht.

Steigerung reicht nicht zur Korrektur

Was dem HCR bei aller Kritik zugute gehalten werden darf, war, dass er sich im Schlussdrittel mit mehr Nachdruck gegen die drohende Niederlage wehrte. Er verlagerte das Geschehen vermehrt in die gegnerische Hälfte und kam einem Punktgewinn nochmals nah. So traf Jonas Lutz in der 50. Minute nach einem Diagonalpass David Foelix' nur das Seitennetz. Fünf Minuten später machte es der Flügelspieler besser, indem er ein Zuspiel Luca Dall'Oglios in den hohen Slot direkt verwandelte. Wenig später hatte der wie Lutz eingewechselte Yannic Fitzi das Anschlusstor auf dem Stock, sah seinen Schuss aus zwei Metern aber vom fabelhaft reagierenden Jonas Wittwer entschärft. Vorausgegangen war eine der seltenen sehenswerten Kombinationen über Levin Conrad und Püntener. Und in den letzten Sekunden der Begegnung liessen noch Levin Conrad und Pascal Kern einen schnellen Vorstoss ungenutzt.

Das (erfolglose) Aufbäumen stimmte Krebs in seiner Beurteilung milde: «Zufrieden bin ich, dass wir im letzten Drittel eine Schippe drauflegen konnten. Wir spielten öfter mit Ball und offensiv besser, hatten mehr Durchsetzungskraft und konnten auch Zweikämpfe gewinnen. Positiv ist andererseits, dass wir genügend viele Topchancen hatten, um das Match zu gewinnen, obwohl wir in den ersten zwei Dritteln nicht gut gespielt hatten – weil die Defensive mehrheitlich funktionierte, weil wir ein paar Ballgewinne hatten und weil das Konterspiel gut klappte. Von den Grosschancen her hätte es nach zwei Drittel auch 3:3 stehen können, und das obwohl wir wenig Zugriff aufs Spiel hatten.» Das mag für die Playoffs Hoffnung geben, doch muss bis dahin auch die Leistung wieder besser werden. Der Auftritt in Maienfeld sollte ein einmaliger Ausrutscher bleiben.

Matchbericht vs. Alligator Malans

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