Unter diesem Gesichtspunkt erlebte der HC Rychenberg ein gutes, jedoch kein optimales letztes Wochenende. Er setzte sich in zwei Heimspielen durch, sicherte sich gegen Langnau und Sarnen fünf Zähler und kletterte auf den angestrebten sechsten Platz. Der in seiner Entstehung unnötige und in letzter Sekunde erlittene Punktverlust gegen die Emmentaler gab dem Wiedereinstieg aber eine bittere Note und es ist zu hoffen, dass nicht dieser eine Punkte in der Endabrechnung fehlen wird.
Auch spielerisch sei noch längst nicht alles nach ihrem Gusto verlaufen, erklärt Trainer Philipp Krebs. Er sieht für die nächsten anstehenden Partien noch einiges Steigerungspotential: «Wir wollen an diesem Wochenende sicher besser spielen als am letzten. Was die Punkte betrifft, ging die Ausbeute in Ordnung. Unser Spiel war jedoch noch nicht so gut, wie wir das haben wollen.» Es mangelte an allen Ecken und Enden ein wenig. So fehlte zum Beispiel noch das Selbstverständnis, sich von sich ändernden Konstellationen nicht irritieren zu lassen. Genauso war die Defensive noch nicht so kompakt und stabil wie gewohnt, vor allem gegen Langnau. Und nicht zuletzt gelang es auch noch zu selten, reelle Torchancen zu erspielen, wenn sich der Gegner defensiv sortieren konnte. Angesichts der fehlenden Matchpraxis waren all dies Defizite freilich nicht weiter verwunderlich.
Das Ziel sind zwei Siege
An diesem Wochenende wird nun die nächste Doppelrunde folgen. Dass es nach der dreimonatigen Unterbrechung nun Schlag auf Schlag geht, veranlasst Krebs zum Kommentar: «Es ist natürlich eine intensive Zeit. Vier Partien innert acht Tagen ist cool, aber auch anstrengend.» Seine Mannschaft tritt am Samstag erstmals seit drei Monaten (inklusive Testspiele) auswärts an, bei Waldkirch-St. Gallen, und misst sich am Sonntag zuhause mit Köniz (17 Uhr, Axa-Arena). Zwei Gegner, gegen die der HCR mindestens gute, wenn nicht gar ausgezeichnete Leistungen bringen muss, will er sich durchsetzen und seinen sechsten Platz erfolgreich verteidigen. «Wir sind uns der Bedeutung der beiden Spiele bewusst», erklärt Krebs, «und bereiten uns dementsprechend gut darauf vor.» Und er rechnet sich reelle Siegchancen aus: «Es sind zwei Topgegner, aber auch zwei Gegner, die wir schlagen können, falls wir unser Spiel durchziehen werden. Wir wollen unbedingt zweimal gewinnen.» Für dieses hohe Ziel steht ihm nach reihum bestandenem Coronatest der gesamte Kader zur Verfügung.
Vor allem gegen die Ostschweizer wäre ein Erfolg ausgesprochen wichtig, denn diese sind direkte Konkurrenten um einen Platz in der Masterround und liegen bloss zwei Zähler oder – nach dem massgeblichen Koeffizienten – 0.285 Punkte hinter den Winterthurern. Und die Resultate Waldkirchs vor einer Woche lassen erahnen, dass es den Neustart gut hinbekommen hat. In Uster gabs einen deutlichen Sieg und bei Titelanwärter GC eine knappe Niederlage. Für Krebs ein untrüglicher Fingerzeig: «WaSa hatte anfangs Saison etwas Zeit gebraucht, bis es sich gefunden hatte. Beim Restart machte es aber einen sehr stabilen Eindruck.» Mit dem Team des Ex-Internationalen Armin Brunner scheint im Kampf um die Ränge der oberen Tabellenhälfte sehr ernsthaft zu rechnen sein.
Gar hervorragende Chancen auf einen Platz an der Sonne besitzt Köniz. Mit einem Punktekoeffizienten von 2.33 und durchschnittlich über sieben erzielten Toren befindet sich die Mannschaft des Finnen Jyri Korsman in Tuchfühlung mit der Tabellenspitze auf Rang 3. Wie der HCR hat auch Köniz zum Neustart fünf Punkte geholt. Damit dürfte ihm die Teilnahme an der Masterround unter normalen Umständen nicht mehr zu nehmen sein. Auch wenn es ein Jahr her ist, dass der HCR mit Köniz die Klingen gekreuzt hat, kennt Krebs die Ursache: «Sie spielen in dieser Saison sehr stabil, stabiler als andere Jahre.» Wesentlich dazu beigetragen hat, dass der zuvor schon gut besetzte Kader mit dem international erfahrenen Zweiwegcenter Manuel Engel geschickt verstärkt wurde.




