Zum Abschluss der Masterround zieht der HC Rychenberg gegen den Grasshopper-Club Zürich wie bereits in der Qualifikation klar den Kürzeren. Auf das 0:6 von damals folgte diesmal ein 3:11. Auffällige Gemeinsamkeit der beiden Partien war, dass den Winterthurern beide Male der Start ganz und gar missglückte, womit sie sich gegen die konterstarken Stadtzürcher in eine äusserst ungemütliche Lage manövrierten. Immerhin gelang es dem HCR dieses Mal, sich dank einem überlegen geführten Mitteldrittel und zwei Treffern wieder ernsthafte Hoffnungen auf den Sieg machen zu können. Der Ertrag spiegelte das deutliche Chancenplus freilich nur unzureichend, sodass der Rückstand bei drei Toren blieb und die Messe nach zwei Strafen, die das Heimteam auszunutzen verstand, zehn Minuten vor Schluss gelesen war. Bis am Mittwoch die Playoffserie gegen Malans beginnen wird, muss sich der HCR allerdings vor allem über den erneuten Fehlstart Gedanken machen.
Erneuter unaufmerksamer Start
Im Januar hatte es 88 Sekunden gedauert, bis GC mit 1:0 in Führung ging. Dieses Mal waren es gar nur 59 Sekunden, bis sich der HCR mit einem doppelt so grossen Rückstand konfrontiert sah. Beide Male hatte sich das Team von Philipp Krebs einen Fehlpass in der Mittelzone geleistet, woraufhin GC seine personelle Überzahl ohne viel Federlesen ausnutzte. Der Schock dieser Gegentore sass beim HCR tief. Er kam in den ersten gut zehn Minuten nicht in die Zweikämpfe und es unterliefen ihm bereits in den Anfängen des Aufbaus etliche Fehler. Dadurch gelang es ihm in dieser Phase des Spiels kein einziges Mal, sich auch nur in die Nähe des Anschlusstores durchzuspielen. Gleichzeitig ermöglichte er dem Gastgeber auf diesem Wege, frühe Ballgewinne zu realisieren und das Geschehen von A bis Z zu kontrollieren. Torhüter Nicolas Schüpbach verhinderte mit starken Paraden, dass der Rückstand weiter anwuchs.
Erst nach dem 0:3 in der 13. Minute fand der HCR besser in die Partie. In der Schlussphase des ersten Drittels fand er die ersten Male den Weg vors GC-Tor, scheiterte aber jeweils an Nationalgoalie Pascal Meier. Und ab der fünften Minute des Mitteldrittels gewann er deutlich die Oberhand. Vorausgegangen war dieser Steigerung freilich, dass die Hoppers erneut unmittelbar nach dem Anpfiff auf 4:0 und wenig später mit ihrem vierten Kontertor gar auf 5:0 erhöht hatten, woraufhin sich Krebs sein Time-out zu nehmen gezwungen sah.
Steigerung im Mitteldrittel reicht nicht
Nach diesem trat der HCR so auf, wie er es schon 25 Minuten früher hätte tun sollen. Er ging energischer in die Zweikämpfe und früher auf die Pässe der Hoppers aus der Verteidigung drauf. Dadurch konnte er wiederholt deren Angriffe früh unterbinden und selber in die Offensive marschieren, bevor der Gastgeber seine Ordnung gefunden hatte. Der HCR war nun nicht nur besser im Spiel, sondern er war auch die bessere Mannschaft, was sich auch in einer Vielzahl an Fouls der Hoppers widerspiegelte. Entsprechend häufig fand sich Pascal Meier im Brennpunkt des Geschehens und er benötigte all seine Klasse und Routine, um die Winterthurer nicht näher als auf 2:5 herankommen zu lassen. Bei einem Pfostenschuss von Jonas Lutz in der 30. Minute konnte der frühere Rychenberger auch das Glück des Tüchtigen beanspruchen. «Ob unser Mitteldrittel mehr als ein 2:2 verdient hätte, das weiss ich nicht», relativierte Krebs, «… wenn wir so starten.»
Hätte der HCR sein Plus an erstklassigen Torchancen im Mitteldrittel besser auszunutzen verstanden, wäre vermutlich noch eine grosse Spannung aufgekommen. Da er es jedoch an Kaltblütigkeit und Effizienz im Abschluss vermissen liess, reichte dem Heimteam im Schlussdrittel ein erneutes frühes Tor, um die Partie in seine Bahnen zu lenken. Die Hoppers vermieden in der Folge jegliches Risiko, um dem Gast die Gelegenheit zu schnellen Gegenstössen zu nehmen. Auf diesem Wege schafften sie es, wieder das Diktat an sich zu reissen, und mit dem zweiten Powerplaytor in der 50. Minute die endgültige Entscheidung herbeizuführen. Die Frage sei an dieser Stelle allerdings gestattet, warum nur der HCR zweimal für Vergehen bestraft wurde.
Alles in allem ging der Sieg des Heimteams zweifellos in Ordnung. Es war im ersten Drittel läuferisch und spielerisch klar überlegen und im Schlussdrittel spielbestimmend und sehr effizient, während der HCR nur im Mitteldrittel zu gefallen wusste. Krebs kommentierte den Auftritt seiner Mannschaft mit entsprechend deutlichen Worten: «Es war ein gutes zweites Drittel, aber der Rest des Spiels war richtig schlecht; sehr weit vom Playoffniveau entfernt. Es war heute eine Kombination aus taktischen Fehlern, ungenügendem Zweikampfverhalten in der Defensive und wiederum einem so schlechten Start, dass der Gegner mit Sicherheit und Selbstvertrauen aufspielen konnte. Wir können jetzt nicht sagen: ‹Vergessen wirs.› Es gibt vieles, was die Spieler am Mittwoch, beim Start in die Playoffserie gegen Malans, besser machen müssen.» Zuallererst wird dannzumal ein besserer Start erforderlich sein.




