5:4 nach Verlängerung, 3:4 und 6:5 lauteten vor einem Jahr die Ergebnisse aus der Sicht des HC Rychenberg, ehe die Viertelfinalserie gegen Malans abgebrochen wurde. Und auch die erste Partie der diesjährigen Serie gegen den gleichen Gegner ging am Mittwoch mit bloss einem Tor Differenz (4:5) aus. Nicht nur, aber gerade auch diese Resultate manifestieren, dass hinsichtlich der Leistungsfähigkeit bloss ein Wimpernschlag zwischen dem Sechsten (HCR) und dem Zweiten der diesjährigen Qualifikation lag und liegt. Im Verbund mit den übrigen Resultaten der Playoff-Startspiele sind sie ein unverkennbarer Fingerzeig, dass die Liga in den letzten Jahren enger zusammengerückt ist.
Der knappe Sieg der Bündner war alles in allem verdient, da ihre Torchancen im Schnitt von etwas höherer Qualität waren. Für die Winterthurer war die knappe Niederlage dennoch eine Enttäuschung, waren sie doch bis fünf Minuten vor dem Abpfiff in Führung gelegen. Gleichzeitig sorgte die Partie auf Seiten des HCR aber auch für eine Spur Erleichterung. Nach zwei ernüchternden Auftritten zum Ende der Masterround zeigte die Mannschaft von Philipp Krebs auf, dass sie sich rechtzeitig wieder zu steigern und dem Favoriten Paroli zu bieten vermag. Vor allem die Intensität in den Zweikämpfen, die Solidarität im Defensivverbund, die Blockarbeit und die Unterstützung von der Bank bewegten sich auf einem Niveau, das auf ein aus ihrer Sicht glückliches Ende der Serie hoffen lässt.
Defensiv gut, offensiv noch mit Potential
Nils Conrad erklärte denn auch: «Defensiv machten wir einen richtig guten Job. Wir ‹verrissen› uns und bügelten jeder für jeden Fehler aus. Zudem hielt Nick [Torhüter Nicolas Schüpbach] ein paar richtig ‹geile› Bälle.» Erhebliches Steigerungspotential verortet der Captain hingegen im Angriffsspiel: «Wo wir uns etwas verloren, war in der Offensive. Wir hätten zwar zum Teil gute Chancen gehabt, gute Konterchancen, doch fehlte uns da etwas die Qualität und die Ruhe.» In den rund zehn Minuten nach dem 1:2 hatte der HCR phasenweise gezeigt, was er drauf hat und hatte das Spiel vorübergehend gekehrt. Noch blieb es aber die Ausnahme, dass die Zahnräder wie geschmiert ineinandergriffen, noch ging der Ball zu oft schnell wieder verloren, noch fehlte häufig die zweite Welle und noch konnte sich der HCR zu selten in der gegnerischen Hälfte festsetzen.
Der Trainer teilte die Meinung seines Spielführers: «Die Mentalität und der Einsatz stimmten in der Defensive.» Da müssten sie lediglich ein paar kleine taktische Änderungen vornehmen. «Unser Hauptaugenmerk liegt klar auf unserer Offensive. Da müssen wir eine Spur cleverer agieren.» Noch seien sie nicht auf jenem Niveau, das sie bei den besten Saisonleistungen gezeigt hatten. Gleichzeitig ist Krebs für den weiteren Verlauf der Viertelfinalserie zuversichtlich. Seine Mannschaft müsse deutlich besser spielen und könne das auch. Ob der HCR sein – gegenüber den letzten Jahren gesteigertes – offensives Potential in der Doppelrunde vom Wochenende besser wird abrufen und den ersten Sieg oder die ersten zwei Siege wird einfahren können, wird sich am Samstag in der Winterthurer Axa-Arena und am Sonntag wieder in Maienfeld weisen.




