Die Drittrundenpartie gegen Thurgau verlief lange Zeit nicht so, wie es sich der HC Rychenberg vorgestellt hatte. Die Mannschaft von Christian Bader tat sich in ihren Angriffsbemühungen vierzig Minuten lang ausserordentlich schwer, was der Trainer weniger mit der Defensive des Gastgebers, sondern vielmehr mit dem Auftritt seiner eigenen Spieler begründete: «Wir agierten zu passiv, zeigten zu wenig Laufbereitschaft und trugen den Ball viel zu oft nach vorne anstatt ihn zirkulieren zu lassen.» Daran änderte auch das Time-out nichts, das Bader in der 35. Minute in Anspruch genommen hatte.
Timon Günthard erzwingt Wende
Das Zwischenresultat nach zwei Dritteln war dementsprechend wenig erfolgsversprechend. Der HCR hatte noch kein Tor erzielt und lag mit 0:2 im Hintertreffen. Ein solcher Rückstand ist im Unihockey an sich noch kein Grund zu grosser Besorgnis, doch brauchte es dazu eine deutliche Steigerung in der Offensive. Mit der Bündelung der Kräfte gelang diese im Schlussdrittel dann auch. Der HCR trug seine Angriffe nun mit entschieden mehr Energie vor und wurde für die Tempoverschärfung belohnt. Zwar mussten die Winterthurer in der 45. Minute noch das 0:3 hinnehmen, dieses änderte jedoch nichts an der Tatsache, dass noch jeder Ausgang möglich war, da sie offensiv endlich in die Gänge gekommen waren und mit Nachdruck in Richtung Thurgauer Tor marschierten.
Die grosse Figur der folgenden Aufholjagd war einer, der sonst eher der defensiven Stabilität verpflichtet ist. Abwehrpatron Timon Günthard erzielte in der 47. Minute nicht nur das erste Tor, sondern legte auch vier Zeigerumdrehungen später für Ivo Schüders Anschlusstor auf und sorgte in der 54. Minute wieder höchstselbst für den Ausgleich. In der verbleibenden Zeit der erstmaligen Führung am nächsten kam Dominik Dechow. Sein Schuss prallte jedoch vom Torgestänge ab.
So war eine Verlängerung nötig und in dieser sicherte Raphael Brunner seinem Team nach knapp vier Minuten den Bonuspunkt. Trotz der späten Wende mochte sich Bader nicht richtig freuen: «Ein Sieg nach sechzig Minuten wäre möglich gewesen, auch mit drei Linien. Wir haben hier einen Punkt verloren.» Positiv beurteilt er hingegen die Resilienz seiner Mannschaft: «Wir waren in der Lage, ein Spiel zu drehen und für uns zu entscheiden. Diese Moral muss sich eine Mannschaft hart erarbeiten.» Künftig hofft er aber, dass ein solcher Kraftakt vermieden werden kann.




