Auch wenn der zweite Erfolg des HC Rychenberg entschieden knapper ausfiel als jener im Heimspiel, war auch jener in Thun ein durch und durch verdienter und hing, anders als das Resultat glauben machen könnte, nicht an einen seidenen Faden. Die Mannschaft von Martin Oesch hatte das Spielgeschehen und den Gegner grösstenteils ziemlich gut unter Kontrolle und streute immer wieder Phasen ein, in denen sie sehr ansprechendes Unihockey zeigte und sich auch abzusetzen verstand.
Anders als vor heimischer Kulisse gelang es dem HCR auf dem gewöhnungsbedürftigen Parkettboden freilich nicht, seine spielerischen Fähigkeiten konstant abzurufen. Bisweilen lief wenig zusammen. Der Grund dafür war, dass die Winterthurer zeitweilig jenen grundlegenden Elementen zu wenig Beachtung schenken, ohne die eine offensiv ausgerichtete Mannschaft nicht auskommt: Die nötige Präzision, die der Situation angemessene Entscheidungsfindung und die Geduld. Am besten machte es die dritte Linie, mit dem einzigen Doppeltorschützen Julian Egli, hatte diese doch so gut wie keine Ballverluste zu beklagen.
Die richtigen Antworten parat gehabt
Eben solche Ballverluste waren es, die es den Thunern erlaubten, schnelle Gegenstösse zu fahren, zu Beginn des Mittel- und Schlussdrittels jeweils einen Zweitorerückstand wettzumachen und in der 55. Minute bis auf ein Tor heranzukommen. Brenzlig wurde es in den abschliessenden Minuten indessen nicht mehr. In diesen zeichnete sich der HCR durch eine sehr gute Ballkontrolle aus, sodass Thun nie in die Nähe eines neuerlichen Ausgleichs kam. Dass die Berner ihre besten Kräfte während der ganzen Partie stark forciert hatten, trug das Seinige dazu bei.
Der zweite Erfolg im Viertelfinal war ein alles in allem ungefährdeter Arbeitssieg. Dieser bringt den HCR ins Halbfinal, wo er ab kommendem Samstag in einer neuerlichen Best of 3-Serie auf das starke Thurgau treffen wird. Im zweiten Halbfinal werden Köniz, der Gewinner und letzte Überlebende der Gruppe 1, sowie als ziemlich unerwarteter Gast Malans aufeinandertreffen.
Autor: René Bachmann (rab)




