Dass die Winterthurer zum ersten Mal in dieser Saison einen über fast sechzig Minuten kompakten und vor allem kämpferisch überzeugenden Auftritt hinlegen würden, darauf hatte der Start nicht hingedeutet. Der erste Schuss auf ihr Tor brachte sie nach 81 Sekunden gleich ins Hintertreffen und nach gut sieben Minuten hiess es bereits 0:2. Doch anders als in den ersten drei Runden liess sich die Mannschaft von Martin Oesch diesmal von einem Rückschlag nicht aus dem Tritt bringen. Vielmehr blieb sie ruhig, kämpfte sich in die Partie hinein und erarbeitete sich noch im Startdrittel ein Plus an Erfolg versprechenden Torchancen. Mehr als ein erster von insgesamt drei Schüssen an die Torumrandung schaute aus zehn guten Möglichkeiten freilich nicht heraus.
Der HCR kämpft sich zurück
In der ersten Pause hiess die Marschrichtung der Trainer: «Weiter so. Die Tore werden irgendwann fallen.» Damit sollten sie recht behalten. Doch zuerst gab es noch einen weiteren Dämpfer: In der 22. Minute erzielten die Gäste mit einem schnellen Gegenstoss ihr drittes Tor. Konter sollten im Mittel- und Schlussdrittel sowieso das primäre Mittel der St. Galler sein. Ob dies aus eigenem Antrieb geschah oder daran lag, dass der HCR sie zu mehr Reagieren statt Agieren zwang, war schwer zu ergründen.
Die geduldige Suche der Winterthurer nach dem ersten Tor wurde in der 24. Minute belohnt. Timo Muggli traf auf starke Vorlage von Andrin Vollenweider zum 1:3. Zwei weitere Minuten dauerte es bis zu Jon Stechers Anschlusstreffer und nochmals zwei Zeigerumdrehungen später sorgte Nicola Hocevar im Powerplay für den verdienten Ausgleich. Die Freude darüber war allerdings bloss von sehr kurzer Dauer. 14 Sekunden nach dem 3:3 ging Jona dank eines Rychenberger Eigentores bereits wieder in Führung.
Diesem Rückstand rannte der HCR in der Folge hinterher. Er drängte die Gäste weit zurück, der neuerliche Ausgleich wollte in der verbleibenden Spielzeit trotz grossen Spielanteilen und ausreichend vielen günstigen Abschlussmöglichkeiten aber nicht mehr fallen. So endete die Partie für die St. Galler mit der Tabellenführung und für die Winterthurer mit der vierten Niederlage im vierten Spiel der Saison.
Trotzdem kann sich Oeschs Team endlich auf dem richtigen Weg wähnen. In den Zweikämpfen hinterliess es einen wesentlich besseren Eindruck als in den ersten Runden. Es ging zupackender zu Werke und auch die Widerstandskraft war vorhanden. Einzig in Sachen Effizienz im Abschluss war der HCR dem Gegner klar unterlegen, doch mit den – hoffentlich bald eingefahrenen – ersten Punkten sollte die Zuversicht und Abgeklärtheit vor des Gegners Tor zurückkommen.
Autor: René Bachmann




