U16A: Starker Auftritt, wenig Lohn

Der HC Rychenberg ist gegen Chur über weite Strecken das aktivere und bessere Team und dem ersten Erfolg gegen eines aus den Top 3 sehr nah. Unerzwungene individuelle Schnitzer kosten ihn beim 7:8 nach Penaltyschiessen jedoch zwei Punkte.

Blicken wir auf den 10. September zurück: Zum Saisonstart war der HC Rychenberg noch nicht bereit gewesen, in Chur ohne Chance auf Punkte geblieben und hatte sich den erstarkten Bündnern mit 3:8 geschlagen geben müssen. Zweieinhalb Monate später trafen die beiden Mannschaften am Sonntag zum Start der Rückrunde wieder aufeinander und dieses Mal war das, was das Publikum zu sehen bekam, ganz anderer Natur.

Der HCR bewies eindrücklich seine seit den Anfängen gemachten Fortschritte und hätte das Rückspiel eigentlich für sich entscheiden müssen. Da ihm aber der eine oder andere «unforced error» unterlief, resultierte am Ende eine dem starken Auftritt nicht gerecht werdende und daher ausgesprochen bittere 7:8-Niederlage nach Penaltyschiessen. Diese darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die grundsätzliche Entwicklung in die richtige Richtung weist.

Überlegen und resilient
Der erste Abschnitt war in Teilen eine kondensierte Zusammenfassung dessen, was die ganzen siebzig Minuten zu bieten hatten. Der HCR agierte mehrheitlich, während Chur meistens reagierte, sprich: Die Winterthurer hatten das Geschehen über weite Strecken unter Kontrolle und befanden sich im Vorwärtsgang, dies oft mit der nötigen Geduld und mit mal mehr, mal weniger Zug aufs Tor. Derweil sahen sich die Bündner, ob dies nun gewollt oder erzwungen war, grösstenteils in der eigenen Hälfte beschäftigt und sie lauerten auf rasant vorgetragene Gegenstösse.

Besonders im Mitteldrittel liess der HCR kaum etwas Nennenswertes zu und war die Überlegenheit so deutlich, dass mehr als nur Jon Stechers 3:2 hätte resultieren müssen. Für diesen Makel büsste das Team von Martin Oesch im letzten Abschnitt. Chur nutzte in den ersten 155 Sekunden zwei unerzwungene Eigenfehler und einen Stellungsfehler konsequent aus und lag dadurch nach 43 Minuten mit 5:3 in Führung. In dieser kurzen Zeit zeigte sich die grösste Qualität der Bündner exemplarisch: Dank ihre fast ausnahmslos präzisen Abschlüsse nutzen sie ihre Torchancen kompromisslos.

Beim HCR wiederum zeigt sich mit jeder Runde ausgeprägter die Fähigkeit zur Leadership und zur Resilienz. Statt den Kopf in den Sand zu stecken, stemmten sich die Winterthurer kollektiv und mit aller Kraft gegen die drohende Niederlage und glichen bis zur 51. Minute aus. Und das Gleiche geschah ein weiteres Mal, als die Felle erneut davonzuschwimmen drohten. Stecher mit seinem dritten und Yanik Kümmerli mit seinem zweiten Tor glichen in den nunmehr verbliebenen zweieinhalb Minuten wieder aus. Da dem HCR in der daraufhin nötigen Verlängerung trotz Einbahn-Unihockey das «Golden Goal» nicht gelingen wollte, ging es ins Penaltyschiessen. In diesem erwies sich Chur als kaltschnäuziger.

Autor: René Bachmann

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