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SV Wiler-Ersigen
1:6
HC Rychenberg Winterthur
0:00:31:3
04. April 2026 / 17:00

Niemals Langeweile mit Wiler

Hätte man beim HC Rychenberg einen Gegner für die anstehende Halbfinal-Play-Off-Serie frei wählen können: der SV Wiler Ersigen wäre wohl auch so zum Handkuss gekommen sein. Zu gut sind die Erinnerungen an mehrere spektakuläre Halbfinalserien gegen den Berner Serienmeister.

Natürlich verdient der SV Wiler Ersigen nach der siegreich absolvierten Regular Season allergrössten Respekt. Und doch freut man sich in den Reihen des HC Rychenberg enorm auf die Halbfinals gegen den SVWE. Nicht, dass man Substantielles gegen die anderen verbliebenen Halbfinalteams sagen könnte: die neureiche Skandinavier-Enklave in der Innerschweiz oder die neuen Intimfreunde, die Thurgauer Floorballer. Aber der Unteremmentaler Traditionsclub ist für den HCR, immerhin seit 1983 einziger ständig in der NL-A vertretener Verein, zweifellos ein würdiger Gegner.

Wobei man sich beim HCR dabei natürlich nicht der Illusion hingibt, gegen Wiler ein leichtes Spiel zu haben. Ganz im Gegenteil: Allzu sehr beeindrucken die nackten Zahlen der Qualifikation auch den Experten. Aus 22 Matches häufte das Team mit der Heimhalle in Kirchberg satte 53 Punkte an und sch(l)oss mit einem Konto von 62 Plustoren ab. Doch bereits beim Viertelfinalgegner des HCR, den Tigers Langnau, war die Ausgangslage nicht viel anders. Das eiserne Gesetz, dass mit den Play-Offs eine komplett neue Meisterschaft beginnen würde, behielt einmal mehr seine Richtigkeit. So erwies sich in der vermeintlichen Ausmarchung, während der Regular Season, wer denn der beste Zürcher Verein der L-UPL sei, der Titel des stolzen Gewinners schliesslich als absolutes Muster ohne Wert.

Gegen Langnau zeigte der HCR für viele überraschend, dass man die Kurve nach der eher holprigen Saison gerade noch gekriegt hat. Mit einem beeindruckenden Spirit, taktisch ausgefuchst und vor allem mit viel Geduld und Cleverness wurde dem Gegner beim 4:0-Seriensieg der Schneid abgekauft. „Das wird aber gegen Wiler nicht reichen“, prognostiziert Captain Michel Wöcke. „Mit diesem Erfolg im Rücken müssen wir versuchen, noch einen Gang höher zu schalten.“ Die Experten aus nah und fern sehen die Stärke der Berner in ihrer mannschaftlichen Geschlossenheit und der hohen Qualität über drei Linien. Während dem HCR konzediert wird, sich in einer „Underdog“-Rolle durchaus wohlzufühlen und dadurch immer in der Lage zu sein, für Überraschungen zu sorgen. Unvergessen bei beiden Vereinen ist die letzte gemeinsame Play-Off-Viertelfinalserie 2022/2023, als alle Spiele in der Overtime, mit dem besseren finalen Ende für Wiler, entschieden wurde.

„Prognosen amüsieren mich immer“, schmunzelt HCR-Headcoach Philippe Soutter. „Ich denke dabei auch an die Halbfinals von 2006, welche ich mit dem HCR gegen Wiler bestritt. Vor der Saison wurde unser Team damals eher als Abstiegskandidat gehandelt. Wir gewannen auswärts gleich das erste Spiel der Serie und dann wurde jeder Match eine knallharte Schlacht. Zwar haben wir schliesslich verloren, aber die Serie blieb mir in lebhafter Erinnerung“, erinnert sich Soutter. Für den Winterthurer Coach steht die beeindruckendste Figur von Wiler allerdings neben und nicht auf dem Feld. Der finnische Headcoach Tatu Väänänen sei schon als Spieler ein Ereignis gewesen. Und seit er 2012 an der WM in der Zürcher Saalsporthalle nach einem Ausfall der Tonanlage lautstark solo die finnische Hymne gesungen hatte, sei er sogar eigentliches „Kulturgut“. „Aber auch da muss sich der HCR nicht verstecken. Mit Tero Kotilainen und Kari Koskelainen verfügen wir ebenso über zwei scharfe, finnische Geheimwaffen. Wie gut sie singen können, weiss ich allerdings noch nicht."

Am Samstag startet die Halbfinal-Serie auswärts in Kirchberg. Am Ostermontag folgt das erste Heimspiel in der AXA Arena in Winterthur. Für eine ausverkaufte Arena sind noch wenige Tickets verfügbar.

Alle Infos zum Ticketing gibt es hier:

Playoff-Ticket

 

Playoff-Halbfinal - Spiel 2

HC Rychenberg Winterthur vs. SV Wiler-Ersigen

Ostermontag, 6. April 2026, AXA Arena Winterthur
Türöffnung: 15.45 Uhr / Spielbeginn: 17.00 Uhr

Ein kleiner Schritt für einen Menschen...

Der HCR gewinnt das erste Spiel der Halbfinal- Playoffs beim SV Wiler Ersigen mit 6:1 und trifft mit diesem deutlichen Sieg den stolzen Serienmeister bis ins Mark. Damit ist die Basis für eine dramatische zweite Partie morgen Ostermontag in der ausverkauften Axa Arena gelegt. Wiler wird sich diese Demütigung nicht einfach so bieten lassen.

Nach der 1:6-Heimniederlage des SV Wiler-Ersigen gegen den HCR gingen die heimischen Fans harsch ins Gericht mit der Leistung der Grün-Weissen. Entsprechend geladen werden die Jungs mit ihrem Bibermaskottchen bei dessen Antipoden und Axa-Hauslöwen Rychi Berger auftauchen. 

Das Startdrittel im ersten Spiel der Playoff-Halbfinals der beiden Traditionsteams war, beinahe erwartungsgemäss, taktisch geprägt. Es war anfangs ein Abtasten, später dann ein Belauern und dementsprechend ging es torlos zum ersten Pausentee. Obwohl der HCR mit einigen blitzartig vorgetragenen Angriffen - analog zur glatt gewonnen Viertelfinalserie gegen die Tigers - zu gefallen wusste.

Im Mitteldrittel dauerte es dann aber nur gerade drei Minuten, bis Rychenberg das Skore eröffnete. U21-Crack Damian Hocevar presste seinen Gegner mutig hinter dem Wiler-Tor, gewann den Ball und passte mustergültig zu einem anderen Youngster, Dani Jaaranen, der schnurstracks vollstreckte. Sekunden später doppelte Tim Aeschimann mit einem für Wiler-Goalie Tim Kramer tückischen halbhohen Ball auf brillante Vorlage von Oskar Weissbach nach.

"Die Väänänen-Truppe hatte spätestens nach dem Doppelschlag der Gäste zur 2:0 -Führung nie mehr Zugriff auf diese Partie“, beklagte der Berichterstatter des dreizehnfachen Schweizermeisters SVWE den weiteren Fortgang der Partie. Tatsächlich hatte der HCR in der Folge ein immer deutlicheres ein Chancenplus. Spielmacher Weissbach traf im Powerplay magistral zum dritten Treffer und als „der weltbeste Kleinfeldspieler“ (Zitat Kari Koskelainen) Michel Wöcke plötzlich wallendes Stürmerblut entdeckte und doppelt skorte, war der Match grundsätzlich entschieden. Noah Püntener belohnte sich schliesslich für seine enorme Lauf- und Leidensbereitschaft mit dem letzten Treffer und machte damit das halbe Dutzend voll.

Wiler gelang zwar in einer wenig fulminanten, zehnminütigen 6vs5-Phase der Ehrentreffer. Doch was für den HCR in diesem Match mehr ins Gewicht hätte fallen können, war der Ausfall der beiden bisher so überzeugenden PlayOff-Routiniers Manu Maurer (kurzfristig, bereits nach dem Warmup) und Nico Mutter (nach einer sehr, sehr unschönen Körperattacke). Doch davon zeigten sich die Winterthurer völlig unbeeindruckt. „Ich mache diesen Job jetzt mehr als 40 Jahre. Aber was mein Team heute kämpferisch geboten hat, habe ich in dieser Konsequenz und Intensität noch nicht so oft erlebt“, adelte Coach Philippe Soutter seine Mannschaft. 

Doch jedem in diesem Team ist klar, dass war dieser Match nur ein kleiner Schritt für einen Menschen… mit gelbem Leibchen war. Der grosse Schritt für die Menschheit der Sportstadt Winterthur wird noch ein langer und grosser. Aber er ist ein bisschen kürzer geworden.

SV Wiler-Ersigen - HC Rychenberg Winterthur 1:6 (0:0, 0:3, 1:3)

Sportanlage Grossmatt, Kirchberg BE. 914 Zuschauer. SR Etter/Mutzner.
Tore: 23. D. Jaaranen (D. Hocevar) 0:1. 23. T. Aeschimann (O. Weissbach) 0:2. 32. O. Weissbach (C. Mutter) 0:3. 44. M. Wöcke (T. Studer) 0:4. 50. M. Wöcke (T. Studer) 0:5. 54. J. Bürki (L. Persson) 1:5. 57. N. Püntener (O. Weissbach) 1:6.
Strafen: 1mal 2 Minuten gegen SV Wiler-Ersigen. keine Strafen.

 

Playoff-Halbfinale - Spiel 2: 

HC Rychenberg Winterthur vs. SV Wiler-Ersigen

Ostermontag, 6. April 2026, AXA Arena Winterthur
Türöffnung: 15.45 Uhr / Spielbeginn: 17.00 Uhr
Keine Tageskasse - AUSVERKAUFT

 

Online-Vorverkauf: 

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