Grasshopper Club Zürich
11:3
HC Rychenberg Winterthur
3:02:26:1
07. März 2021 / 18:00

Sich für die Playoffs in Schwung bringen

Vor zwei Wochen hatte der HC Rychenberg gegen Köniz einen grösstenteils überzeugenden Auftritt hingelegt. Eine Woche später hingegen war die Mannschaft von Philipp Krebs gegen Malans während zwei Dritteln vieles schuldig geblieben. Diese Schwankungen mögen teilweise mit der Vorliebe für den einen oder anderen Gegner zu tun haben. Das stetige Auf und Ab der Masterround könnte aber auch mit dem tiefen Durchschnittsalter des Teams zu tun haben und womöglich auch damit, dass die Spieler vor den anstrengenden Playoffs unwissentlich mental einen Gang zurückgeschaltet hatten.

Mit dem Blick auf die kurz bevorstehenden Playoffs geht es am Sonntag bei den Grasshoppers dementsprechend darum, mehr Konstanz auf hohem Niveau in die Leistungen zu bringen. Dieses Ziel ist für Krebs das vorrangige im Kantonsderby: «Wir hatten in dieser Masterround immer wieder sehr gute, aber auch weniger gute Momente. Da müssen wir uns finden. Wir wollen uns den letzten Schliff für die Playoffs holen.» Eine überzeugende Leistung in Zürich wäre für den HCR gerade auch darum wichtig, weil der Spielplan keinerlei Innehalten vor dem Viertelfinale erlaubt.

Bereits am kommenden Mittwoch oder Donnerstag werden die Playoffs beginnen, gefolgt von einer Doppelrunde am darauffolgenden Wochenende. Vier Partien in sieben Tagen sind fürwahr für Nicht-Profis ein äusserst happiges Programm, eines, das Verletzungen geradezu Vorschub leistet. Ausfälle könnten die Playoffs massgeblich beeinflussen: «Wenn du in dieser Woche etwas Pech mit Verletzungen hast», sinniert Krebs, «dann bist du 0:3 hinten.» Für den Verband wäre es ein Leichtes gewesen, den Spielplan etwas zu entschärfen, beispielsweise indem die letzte Runde der Masterround zusammen mit der zweitletzten vor einer Woche stattgefunden hätte oder indem die Saison um eine Woche verlängert worden wäre. Krebs will den Spielplan nicht als allfällige Entschuldigung sehen: «Er ist nun mal so und er ist für alle gleich.»

Eine schlechte Auswärtsbilanz gegen GC

Gegen GC dürfte es dem HCR nicht an Motivation fehlen. Zum einen sind Derbys Ansporn genug und zum anderen ist das letzte Nachbarschaftsduell noch in unerfreulicher Erinnerung. Ende Januar war der HCR ohne Überzeugung in die zweitletzte Partie der Qualifikation gestartet und hatte es in der Folge nicht geschafft, den eingehandelten Rückstand wettzumachen. Bei einigen erstklassigen Torchancen hatte es dafür schlicht an der erforderlichen Kaltblütigkeit und Präzision gemangelt. Am Ende hatte es eine ernüchternde 0:6-Niederlage abgesetzt.

Wie damals grüsst GC auch dieses Mal von der Tabellenspitze. Einen grossen Anteil daran hat Joel Rüegger. Der Nationalspieler befindet sich derzeit in bestechender Form, wie die sechs Skorerpunkte zuletzt in Zug belegen. Mit nunmehr 38 Punkten aus 15 Partien hat er sich an die Spitze der Skorerliste vorgespielt. Mit Claudio Laely, Paolo Riedi und Florian Wenk verfügt die routinierte Stadtzürcher Truppe aber über weitere Spieler, die mehr Punkte ergattert haben als Michel Wöcke, der beste Winterthurer. Mit hundert erzielten Toren (21 mehr als der HCR) stellt GC auch die durchschlagskräftigste Mannschaft der Liga und steigt nicht zuletzt darum als Favorit ins Derby. Es lehrt freilich auch die Geschichte, dass die Sporthalle Hardau für den HCR ein schwieriges Pflaster ist. Bloss drei der 15 Auswärtsspiele konnte er in den vergangenen zehn Jahren für sich entscheiden.

Autor: René Bachmann, Der Landbote

Noch nicht auf Playoffniveau

Zum Abschluss der Masterround zieht der HC Rychenberg gegen den Grasshopper-Club Zürich wie bereits in der Qualifikation klar den Kürzeren. Auf das 0:6 von damals folgte diesmal ein 3:11. Auffällige Gemeinsamkeit der beiden Partien war, dass den Winterthurern beide Male der Start ganz und gar missglückte, womit sie sich gegen die konterstarken Stadtzürcher in eine äusserst ungemütliche Lage manövrierten. Immerhin gelang es dem HCR dieses Mal, sich dank einem überlegen geführten Mitteldrittel und zwei Treffern wieder ernsthafte Hoffnungen auf den Sieg machen zu können. Der Ertrag spiegelte das deutliche Chancenplus freilich nur unzureichend, sodass der Rückstand bei drei Toren blieb und die Messe nach zwei Strafen, die das Heimteam auszunutzen verstand, zehn Minuten vor Schluss gelesen war. Bis am Mittwoch die Playoffserie gegen Malans beginnen wird, muss sich der HCR allerdings vor allem über den erneuten Fehlstart Gedanken machen.

Erneuter unaufmerksamer Start

Im Januar hatte es 88 Sekunden gedauert, bis GC mit 1:0 in Führung ging. Dieses Mal waren es gar nur 59 Sekunden, bis sich der HCR mit einem doppelt so grossen Rückstand konfrontiert sah. Beide Male hatte sich das Team von Philipp Krebs einen Fehlpass in der Mittelzone geleistet, woraufhin GC seine personelle Überzahl ohne viel Federlesen ausnutzte. Der Schock dieser Gegentore sass beim HCR tief. Er kam in den ersten gut zehn Minuten nicht in die Zweikämpfe und es unterliefen ihm bereits in den Anfängen des Aufbaus etliche Fehler. Dadurch gelang es ihm in dieser Phase des Spiels kein einziges Mal, sich auch nur in die Nähe des Anschlusstores durchzuspielen. Gleichzeitig ermöglichte er dem Gastgeber auf diesem Wege, frühe Ballgewinne zu realisieren und das Geschehen von A bis Z zu kontrollieren. Torhüter Nicolas Schüpbach verhinderte mit starken Paraden, dass der Rückstand weiter anwuchs.

Erst nach dem 0:3 in der 13. Minute fand der HCR besser in die Partie. In der Schlussphase des ersten Drittels fand er die ersten Male den Weg vors GC-Tor, scheiterte aber jeweils an Nationalgoalie Pascal Meier. Und ab der fünften Minute des Mitteldrittels gewann er deutlich die Oberhand. Vorausgegangen war dieser Steigerung freilich, dass die Hoppers erneut unmittelbar nach dem Anpfiff auf 4:0 und wenig später mit ihrem vierten Kontertor gar auf 5:0 erhöht hatten, woraufhin sich Krebs sein Time-out zu nehmen gezwungen sah.

Steigerung im Mitteldrittel reicht nicht

Nach diesem trat der HCR so auf, wie er es schon 25 Minuten früher hätte tun sollen. Er ging energischer in die Zweikämpfe und früher auf die Pässe der Hoppers aus der Verteidigung drauf. Dadurch konnte er wiederholt deren Angriffe früh unterbinden und selber in die Offensive marschieren, bevor der Gastgeber seine Ordnung gefunden hatte. Der HCR war nun nicht nur besser im Spiel, sondern er war auch die bessere Mannschaft, was sich auch in einer Vielzahl an Fouls der Hoppers widerspiegelte. Entsprechend häufig fand sich Pascal Meier im Brennpunkt des Geschehens und er benötigte all seine Klasse und Routine, um die Winterthurer nicht näher als auf 2:5 herankommen zu lassen. Bei einem Pfostenschuss von Jonas Lutz in der 30. Minute konnte der frühere Rychenberger auch das Glück des Tüchtigen beanspruchen. «Ob unser Mitteldrittel mehr als ein 2:2 verdient hätte, das weiss ich nicht», relativierte Krebs, «… wenn wir so starten.»

Hätte der HCR sein Plus an erstklassigen Torchancen im Mitteldrittel besser auszunutzen verstanden, wäre vermutlich noch eine grosse Spannung aufgekommen. Da er es jedoch an Kaltblütigkeit und Effizienz im Abschluss vermissen liess, reichte dem Heimteam im Schlussdrittel ein erneutes frühes Tor, um die Partie in seine Bahnen zu lenken. Die Hoppers vermieden in der Folge jegliches Risiko, um dem Gast die Gelegenheit zu schnellen Gegenstössen zu nehmen. Auf diesem Wege schafften sie es, wieder das Diktat an sich zu reissen, und mit dem zweiten Powerplaytor in der 50. Minute die endgültige Entscheidung herbeizuführen. Die Frage sei an dieser Stelle allerdings gestattet, warum nur der HCR zweimal für Vergehen bestraft wurde.

Alles in allem ging der Sieg des Heimteams zweifellos in Ordnung. Es war im ersten Drittel läuferisch und spielerisch klar überlegen und im Schlussdrittel spielbestimmend und sehr effizient, während der HCR nur im Mitteldrittel zu gefallen wusste. Krebs kommentierte den Auftritt seiner Mannschaft mit entsprechend deutlichen Worten: «Es war ein gutes zweites Drittel, aber der Rest des Spiels war richtig schlecht; sehr weit vom Playoffniveau entfernt. Es war heute eine Kombination aus taktischen Fehlern, ungenügendem Zweikampfverhalten in der Defensive und wiederum einem so schlechten Start, dass der Gegner mit Sicherheit und Selbstvertrauen aufspielen konnte. Wir können jetzt nicht sagen: ‹Vergessen wirs.› Es gibt vieles, was die Spieler am Mittwoch, beim Start in die Playoffserie gegen Malans, besser machen müssen.» Zuallererst wird dannzumal ein besserer Start erforderlich sein.

Autor: René Bachmann, Der Landbote

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